Revolutionary Hospital – Vorwort zum Vordenker-Buch 2018

Wer hätte das gedacht: In einem Buch über die nahe Zukunft der Krankenhausland- schaft finden die digitalen Plattform-Kapitalisten Airbnb und Uber am häufigsten Erwähnung. Und die meisten Autoren dieses Werkes scheuen nicht einmal davor zurück, den Patienten als Kunden zu bezeichnen.

Uns steht wahrhaftig eine geistige Wende ins (Kranken-)Haus.

Als die beiden Herausgeber dieses Buches im Sommer 2017 am Rande des Hauptstadtkon- gresses erstmals eine Gliederung zu Papier brachten, taten sie dies eher in gewissenhafter, wenn nicht sogar leicht akademischer Manier. Analytisch wurden die Facetten der Digitalisierung hierarchisch gegliedert und daraus einzelne Beiträge abgeleitet. Was bedeutet Disruption? Was macht ein innovatives Krankenhaus aus? Was ist der intellektuelle Überbau? Welche Hand- lungsempfehlungen müssen wir aussprechen? Wer hat sich zu den einzelnen Themen einen Namen gemacht? Und wie überzeugen wir Autoren, zum vorgegebenen Thema für das „Vor- denker-Buch 2018“ zur Feder zu greifen?

Nach einer guten Stunde waren einige Blätter Papier mit Ideen gefüllt. Bevor wir uns je- doch voneinander verabschiedeten und mit einer Hausaufgabenliste die Heimreise antraten, sprachen wir noch ein wenig über unseren Arbeitsalltag an der Spitze eines christlichen Kran- kenhauskonzerns mit Milliardenumsatz respektive in der Geschäftsleitung eines kleinen Fach- verlags für Gesundheitsberufe. Die Analogien waren augenscheinlich.

Für beide Seiten bedeutete die Digitalisierung eine Zäsur. Nicht etwa, weil Techniken sich änderten und bestehenden Geschäftsmodellen den Bestandsschutz raubten. Es war vielmehr der erforderliche kulturelle Wandel, der uns umtrieb und der uns schließlich das erste Buchkonzept in Ablage P befördern ließ. Lieber wollten wir aufschreiben lassen, was Innovatoren gerade erlebten.

Die Digitalisierung zwingt Leader zurück in die Reihe der Innovationssuchenden. An- maßung von Wissen, wie es Friedrich August von Hayek einst planwirtschaftlichen Systemen vorwarf, ist leider auch in Managementkreisen weit verbreitet. Digitale Leader aber gestehen sich ihr eigenes Nicht-Wissen ein. Sie folgen keinem Meta-Plan, sondern sind getrieben von Neugierde und investigativem Spürsinn, nutzen die Innovationskraft der Masse, lernen von ihren Kunden und Mitarbeitern. Der Leader-Typus „Visionär“ passt nicht mehr so recht in die Rahmenbedingungen einer beschleunigten digitalen Transformation.

So begann das Buch „Revolutionary Hospital“ mit einem nahezu leeren Blatt Papier. Wir beschränkten uns auf die Überschriften von maximal drei Kapiteln und fragten die Autoren, welche Erkenntnisse sie selbst aus ihren Innovationserlebnissen gezogen haben.

Die drei Kapitel haben es nun bis zur Veröffentlichung geschafft. Kapitel eins wartet mit ei- ner kleinen Zeitreise in die absehbare Zukunft des Jahres 2025 auf. Diese Reise erlaubt das, was der amerikanische Psychologe Gery A. Klein einst mit der Prä-Mortem-Methode beschrieb: Um die Fallstricke eines Innovationsprojektes identifizieren zu können, begebe man sich an das Ende des Entwicklungsprozesses und überlege von dort aus, woran es gescheitert ist.

Wer vom Jahr 2025 aus zurückschaut, wird zwei wesentliche Faktoren erkennen: Zum ei- nen geht es um das mentale Rüstzeug, das sogenannte Mindset, ohne das wir Organisationen nicht neu ausrichten werden (Kapitel 2). Zum anderen kommt es auf den Methodenkasten an; und der ist glücklicherweise reich befüllt (Kapitel 3).

Bedienen wir uns!

Für unser Zukunftsszenario 2025 haben wir uns erlaubt, Donald Trump zwei Amtszeiten als US-Präsident zuzugestehen. Womöglich irren wir uns in diesem Detail. Sicher sind wir da- gegen, dass es bis zum Jahr 2025 nur noch wenige Tage sind.

Link zum Buch

Siehe auch

Digitaler Instrumentenkasten für innovative Krankenhäuser (1)